
Engelshaar: Die feinen, haarartigen Fäden für süße und herzhafte Spezialitäten
Engelshaar bezeichnet in der Küche hauchdünne, fadenartige Zubereitungen, die je nach Kultur und Rezept entweder aus feinem Teig oder aus gezogenem Zucker bestehen. Der Begriff wird insbesondere in der orientalischen, türkischen und mediterranen Küche verwendet und ist für seine filigrane, fast seidige Struktur bekannt.
In der bekanntesten Form steht Engelshaar für Kadayıf (auch Kataifi), einen extrem fein gezogenen Teig, der in langen, dünnen Fäden hergestellt wird. Diese Fäden werden für zahlreiche Süßspeisen wie Künefe, Kadayif-Rollen oder gefüllte Nussdesserts verwendet. Beim Backen entwickeln sie eine zarte, leicht knusprige Textur, die in Kombination mit Sirup, Butter und Nüssen ein typisches orientalisches Aroma entfaltet.
Eine zweite Bedeutung findet sich in der Zuckerbäckerei: Engelshaar kann auch aus gesponnenem Zucker bestehen, ähnlich wie sehr feine Zuckerwatte. Diese Variante dient hauptsächlich der Dekoration, etwa auf Torten, Desserts oder Festgebäck.
In der mediterranen Küche existiert zudem eine besondere Form von Engelshaar, die aus karamellisierten Kürbisfasernhergestellt wird – ein traditionelles portugiesisches und spanisches Weihnachtsgebäck, das ebenfalls den Namen „Cabello de ángel“ trägt.
Ob als Teigfäden für orientalische Desserts, als filigraner Zuckerschmuck oder als süße Füllung – Engelshaar ist ein vielseitiges Element, das Gerichten eine elegante, luftige und besondere Note verleiht.
Siehe auch: Kataifi, Künefe, Zuckerspinnen.
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